Die meisten Schäden bei Umzügen entstehen nicht beim Tragen, sondern beim Packen. Ein Karton, in dem etwas rutschen kann, wird früher oder später rutschen. Hier zeigen wir, wie unsere Packer arbeiten. Das meiste davon können Sie genauso machen.
Das richtige Material
- Standardkartons von etwa 60 × 30 × 35 Zentimetern für Küche, Spielzeug, Kleinkram
- Kleinere Bücherkartons für alles, was schwer ist
- Kleiderboxen mit Stange für Hängendes, so bleibt es knitterfrei
- Seidenpapier oder Packpapier, keine Zeitung. Druckerschwärze färbt ab
- Luftpolsterfolie für Elektronik und Glas, Stretchfolie für Möbel
- Gutes Klebeband und ein dicker Stift
Raum für Raum
Küche
Teller werden einzeln in Papier gewickelt und hochkant in den Karton gestellt, wie in einem Abtropfgitter. So verteilt sich Druck auf die stabile Kante. Gläser bekommen je ein eigenes Papier, Stielgläser zusätzlich Polster am Stiel. Töpfe und Schüsseln eignen sich gut als Füllkörper, wenn man sie innen mit Papier füllt.
Bücher und Akten
Ein großer Karton voller Bücher wiegt schnell 30 Kilo und mehr. Das hält kaum ein Boden aus, und kein Rücken sollte das tragen. Bücher gehören deshalb in kleine Kartons, liegend oder mit dem Rücken nach unten.
Kleidung
Was im Schrank hängt, kommt in Kleiderboxen. Was im Schrank liegt, kann in Koffer und Taschen. Die müssen ohnehin mit und sind sonst leer.
Elektronik
Bevor Sie Kabel abziehen, fotografieren Sie die Rückseite. Kabel kommen beschriftet in einen Beutel, der am Gerät festgeklebt wird. Fernseher reisen am besten in der Originalverpackung, sonst hochkant und rundum gepolstert, nie liegend.
Lampen, Bilder, Spiegel
Leuchtmittel raus, Schirme getrennt verpacken. Bilder und Spiegel hochkant in Spiegelkartons oder zwischen zwei Lagen Pappe, die Ecken extra gepolstert.
Pflanzen und Flüssigkeiten
Pflanzen fahren auf kurzen Strecken gut im Möbelwagen, auf langen eher im eigenen Auto. Offene Flaschen, Putzmittel und Öle gehören nicht in Umzugskartons. Was ausläuft, ruiniert alles darunter.
Beschriften mit System
Schreiben Sie auf jeden Karton den Zielraum, eine laufende Nummer und den Inhalt in Stichworten. Und zwar auf die Seite, nicht nur oben. Gestapelt sieht man nur die Seiten. Wer mag, nimmt eine Farbe pro Raum und klebt dieselbe Farbe an die Tür in der neuen Wohnung. Das spart am Umzugstag viele Fragen.
Die Kiste, die nicht in den Wagen kommt
Ausweise, Verträge, Schlüssel, Medikamente, Ladekabel, eine Rolle Toilettenpapier, Bettwäsche für die erste Nacht. Diese Dinge kommen in eine eigene Kiste, die Sie selbst transportieren. Wir nennen sie die Erste-Nacht-Kiste. Sie hat schon viele Abende gerettet.
Wer haftet beim Selbstpacken?
Für den Transport haftet die Umzugsfirma auch bei Kartons, die Sie selbst gepackt haben. Für Schäden, die durch unzureichendes Verpacken entstehen, gilt das nach dem Handelsgesetzbuch aber nicht. Wenn also ungepolsterte Gläser in einem sonst unbeschädigten Karton zerbrechen, ist das Sache dessen, der gepackt hat. Deshalb empfehlen wir, gerade Zerbrechliches unserem Packservice zu überlassen.
Wann anfangen?
Zwei Wochen vorher mit allem, was Sie bis zum Umzug nicht brauchen: Bücher, Deko, Saisonkleidung, Keller. In der letzten Woche Küche bis auf das Nötigste, am letzten Abend den Rest. Wer so packt, steht am Umzugstag nicht zwischen halb vollen Kartons.

